Wow, du bist jetzt Musikerin?!


Dann traf ich eine alte Bekannte aus dem Studium, die ich lange nicht gesehen hatte und sie sagte, wow, du bist jetzt Musikerin. Und als sie das so sagte, spürte ich ein warmes Gefühl in meinem Herzen. Ja, es stimmte, ich bin Musikerin. Ich spürte, wie ich sie daran erinnerte, dass wir alles schaffen und kreieren können, was wir möchten und ich war in diesem Moment der lebende Beweis dafür. Wir dürfen uns verändern, weiterentwickeln und uns jeden Tag neu entfalten und entdecken. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle kreative Wesen sind und in jedem von uns unendlich viel Potenzial schlummert. Ich hab die letzten Jahre sehr viel beobachtet und dabei ist mir aufgefallen, dass es letztlich nicht die scheinbar „besten“ Künstler*innen sind, die in der Öffentlichkeit stehen und Erfolg haben. Es sind letztlich Menschen, die ein Ziel hatten und den Mut, sich zu zeigen. Ich werde nie vergessen, wie ich mit 16 Jahren im Kinderzimmer von Falko Ochsenknecht (aka Olé von Berlin Tag und Nacht) saß und er mir seine Vision vorstellte. Irgendwie war er schon damals ein verrückter Vogel, aber das bin ich auch und genau deswegen haben wir uns vermutlich kennengelernt. Er wollte ins Fernsehen, eigentlich zu Big Brother, aber letztlich wurde es ein anderes Format. Ich muss zugeben, ich bin kein großer Fan dieser Unterhaltungsshows aber das ist auch egal. Letztlich ist mir eine Sache im Sinn geblieben und das war, dass er ein Ziel hatte, was einige für vollkommen unmöglich hielten und er es dennoch Jahre später erreichte. Und wenn ich daran denke, dann wird mir klar, wie viel Kraft in der bewussten Entscheidung steckt, einen Weg zu gehen und ein Ziel zu haben. Ich wollte tief in meinem Herzen schon immer Musik machen, auf der Bühne stehen, Menschen berühren und Verbindungen spüren. Und all dies, was ich gerne leben wollte, war so tiefsinnig, so ehrlich und sehr persönlich. Ich wusste, dass wenn ich mich zeige, den Schritt wage, ich nicht anders kann, als mich komplett auszuziehen, mit dem wie ich bin. Unperfekt und verletzlich. Meine Seele will Tiefe spüren, drückt sich über Worte emotional aus und ist stetig auf der Suche nach Gleichgesinnten, die ebenfalls genau diese Herzens-Verbindungen spüren möchten.


Ich bin Musikerin. Ich bin Songwriterin. Ich bin Multimedia-Producerin. Ich bin Screen-Designerin. Ich bin Künstlerin. Ich bin Fotografin und bald Entspannungstherapeutin. All diese Titel, wer bin ich denn nun? Muss ich mich entscheiden? Oftmals haben wir das Gefühl, dass wir es müssten, dass die Gesellschaft dies von uns verlangt, um uns in eine Schublade zu packen. Und das nervt mich. Denn es ist doch so, wir haben alle mehrere Rollen, in denen wir uns wohlfühlen und die wir ausleben möchten. Erinnerst du dich noch daran, wie du als Kind voller Freude in eine Verkleidungskiste gegriffen hast? Von Natur aus, möchte der Mensch verschiedene Rollen leben und ausprobieren. Ich möchte dies liebevoll persönliche Entfaltung nennen. Und ich habe mir erlaubt, mich mit all dem zu verbinden. Ich bin mehr als all dies. Ich bin pure Energie, genau wie du. Meine Eltern schenkten mir diesen Körper und gaben mir den Namen Berta. Ich bin Berta.


Ich kenne viele talentierte Menschen und manchen fehlt Mut und Selbstsicherheit, um den Schritt in die Sichtbarkeit zu wagen. Ich möchte nicht plädieren, dass Kunst und Kreativität erst durch das Teilen an Wert gewinnt und dennoch steckt so viel in diesem Austausch. Ich hab das Gefühl, dass wenn wir Dinge teilen, Verbindungen entstehen und sich verstärken. Wir betrachten uns in dem Spiegel des anderen. Dadurch, dass Menschen von ihrem Schmerz und ihrer Freude berichten, können wir mitfühlend sein und unsere eigenen Tiefen spüren. Und mitfühlend zu sein, heißt in Verbundenheit zu stehen. Und ich spüre, dass das die tiefe Sehnsucht vieler Menschen ist. Wir sind alle auf der Suche nach Liebe und dabei wollen wir vermutlich doch nur von unserem Gegenüber erinnert werden, dass wir doch selbst Liebe sind. Denn wenn wir alle Energie sind und wir erst durch unseren Körper den Abstand zueinander entwickelt haben, dann sehnen wir uns vielleicht zurück zu diesem Gefühl, des All-Eins-Seins. Ich möchte meinen Schmerz, meine Liebe, meine Kreativität mit dir teilen, um die Welt ein Stück zu heilen.


Jeder Mensch hat die Wahl seine Kunst zu teilen und ich kann verstehen, dass manche Menschen den Schritt nicht gehen und ihre Kreativität und ihre Tiefen ganz alleine für sich genießen. Doch ich möchte Menschen ermutigen, die Lust darauf haben und vor allem den Ruf spüren, ihre Liebe in die Welt zu tragen und ihre Kunst zu teilen. Ich habe diesen Ruf immer in mir gespürt und heute folge ich diesem. Es brauchte Zeit und die gab ich mir. Ich freue mich auf all das, was das Leben noch für mich bereit hält. Und ich weiß schon heute, es wird Höhen und Tiefen geben. Es werden Tagen kommen, an denen ich sehr traurig sein werde und es werden Tage kommen, an denen ich vor Lachen Bauchmuskeln kriege. Es werden Tagen des Neubeginns auf mich warten und Tage des Abschieds. Es wird hell und es wird dunkel. Ohne diese Polarität, wäre ich nicht die, die ich heute bin.


Ganz viel Liebe, Berta.



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