Vom WG-Zimmer auf den Campingplatz


Februar 2012, Hamburg. Ich war fast am Ende meiner Ausbildung zur Screen-Designerin angekommen, mitten in einer fast zweijährigen Fernbeziehung und kam auf die verrückte Idee einen Wohnwagen über Ebay-Kleinanzeigen zu kaufen. Jetzt fragen sich viele von euch vielleicht, was mein Beweggrund war? Ich muss sagen, mein Beweggrund war ziemlich romantisch angehaucht. Ich war jung, das Geld wie immer knapp und ich wollte ein kleines gemeinsames Zuhause für mich und meinen Liebespartner erschaffen. Hamburgs Mieten waren schon damals viel zu hoch und ich suchte nach Alternativen. Warum eigentlich nicht auf dem Campingplatz wohnen? Nen Garten gibt´ s gleich inklusive. Wir wollten unsere Fernbeziehung schon länger auflösen und gemeinsam an einem Ort leben. Ich glaube wir standen an den Punkt, Hopp oder Flopp, wenn sich nicht irgendetwas änderte. Das war schon echt Süß von mir und ich weiß auch, wie sehr mein Partner dies geschätzt hat. Ich weiß, dass er mich für diese verrückten Aktionen am meisten geliebt hat. Dieses freie und wilde Leben, was er in seiner kleinen sicheren Welt spürbar als Bereicherung empfand. Und genau deswegen nahm er sich zwei Wochen Urlaub und wir werkelten Tag und Nacht an unserem kleinen gemeinsamen Zuhause. Überall war so viel Müll, dass wir mehrfach mit vollen Autos zur Abfallentsorgung fuhren. Wir schmissen alles raus. Wir machten quasi eine Kernsanierung. Alles war muffig und weit davon entfernt Gemütlichkeit auszustrahlen. Die Fenster waren teilweise undicht und Schimmelspuren waren auch zu finden, es gab jede Menge zu tun. Doch step by step erschafften wir aus dieser Müllhalde einen warmen, gemütlichen Raum. Ich durfte viel Lernen, z.B. wie man eine Küche mit einem Boilersystem anschließt, die wir übrigens für 50€ auf Ebay ersteigert hatten oder wie man PVC-Boden verlegt. Das Highlight war das Bett. Es war so kreiert, dass darunter zwei großen Kisten passten, die viel Stauraum ermöglichten und das indirekte Licht sorgte für ständige Gemütlichkeit. Es war eine besondere Zeit und jeden Tag kamen wir unserem Ziel näher. Der Wohnwagen war relativ groß, ich schätze so 9qm und inklusive Vorzelt hatte man eine gesamte Wohnfläche von ca. 20qm. Nicht gerade viel, aber ausreichend, denn der Luxus war der große Garten und der Badesee um die Ecke. Auf dem Platz stand noch ein zweiter Wohnwagen, dieser bekam nicht so vi