Alleine Reisen und die Liebe im Gepäck

Wenn ich dir eins von Herzen empfehlen kann, dann geh auf Reisen, alleine. Es ist eine ganz besondere Erfahrung. Du bist viel offener neue Leute kennenzulernen und lernst dich ganz anders kennen. Sei mutig, es lohnt sich.

Reisetagebuch 13.07.2017


Alleine Reisen. An Valentinstag. Ich fühlte, dass ich dieses Jahr bereit bin, es wieder zu wagen. Es war etwas länger her, dass ich alleine los zog und wieder stand ich vor diesen besagten Zweifeln. Soll ich wirklich alleine los? Doch diese innere Stimme in mir schrie die ganze Zeit, los raus mit dir! Jetzt bin ich unterwegs, genieße die Zeit fernab des Alltags und bin so froh, dass ich in dieser Nacht und Nebel-Aktion meine Flugtickets nach Malta gebucht habe. Malta ergab sich spontan in einem Gespräch, denn ich hatte insgeheim Auswanderpläne, es war Februar und der Winter in Kiel kann lang werden. Ich hab immer mal diese Anflüge, wo es mich dauerhaft ins „Warme“ zieht. Alles sprach für Malta, nur 2 Flugstunden entfernt, man spricht dort Englisch und das Wetter ist das ganze Jahr über mild. Eine Universität gab es dort auch und ich nahm mir fest vor, mir einen Master Studiengang anzuschauen.


Andere Städte, neue Leute und Inspirationen. Das ist es wohl, was mich zu einer reisefreudigen Person macht. Dinge zum ersten Mal sehen. Warum immer zum selben Ort Reisen, wenn es noch soviel zu entdecken gibt? Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich mutig bin, dass ich nie aufgegeben habe und stets neue Kraft finde, auch wenn ich diese zeitweise verloren hatte. Ich liebe das Leben. Heute morgen noch in Leipzig, jetzt in Bonn auf dem Weg zum Flughafen, in einem Studentencafé, in dem mein WLAN-Account aus der FH in Kiel zu funktionieren scheint. Verrückt. So ist das mit Entfernungen. Manchmal können sie relativ sein. Morgen geht es los, nach Malta und ich kann es kaum erwarten die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren. Ich freue mich sehr, es ist aufregend. Ich wünsche mir eine leichte und spannende Zeit mit tollen Begegnungen, aber auch etwas Zeit für mich, zum meditieren und lesen. Wenn ich mich so zurück erinnere, war ich schon sehr früh reisefreudig, mit 13 Jahren flog ich bereits das erste Mal ganz alleine nach Menorca zu einer befreundeten Familie. Im selben Jahr buchte ich eine Jugendfreizeit in Spanien, ganz alleine und low-budget ging es dann eine Woche nach Malgrat in den Herbstferien, um nochmal die Wärme der Sonne zu genießen. Es war ein super Urlaub, in dem ich tolle Freunde kennengelernt habe, die übrigens auch alle alleine los sind, es sollte so sein. So ist das mit dem alleine reisen. Im Endeffekt ist man nicht alleine, sondern viel offener neue Leute kennenzulernen. Raus aus der Komfortzone, rein ins Abenteuer. Da saß ich nun, im Flugzeug Richtung Malta. Ich weiß noch genau, wie furchtlos der Flug für mich war und das, obwohl ich tendenziell zu Flugangst neige. Ich fühlte mich so gut und frei, dass jegliche Angst verschwunden war. Ich war einfach erfüllt durch meinen Mut, etwas Neues zu wagen. Ich werde diesen Moment nie vergesse. Angekommen am Flughafen, fand ich relativ schnell meinen Shuttle zum Hostel. Und als ich dann vor diesem grünen Paradies inmitten der Stadt augesetzt wurde, wusste ich sofort, deine innere Stimme hat dich richtig geleitet. Ich wurde direkt von der Hauskatze begrüßt, die danach übrigens jeden Abend zum kuscheln kam. Die liebevolle Einrichtung und die Menschen. Vom ersten Moment an fühlte ich mich wohl. Das Hostel, eine riesige WG mit Menschen aus aller Welt. Gleich am ersten Abend ging es noch los in einen Pub um die Ecke, wo wir Gespräche über Sehnsüchte und Wünsche teilten. Ein paar Tage später erfüllte ich mir einen langersehnten Wunsch und eine neugewonnene Freundin ebenfalls. Sie bekam ihr erstes Tatoo und ich ein neues Piercing. Hach, war das aufregend. Valentinstag mit Menschen aus Polen, Argentinien, Irland und Amerika, wir alle zur selben Zeit am gleichen Ort. Vielleicht der beste Valentinstag überhaupt. Ich genieße die Zeit hier so sehr, das Wetter, die Stadt, alles ist einfach traumhaft. Jeden Tag unterwegs, entdecken und leben. Wie sehr habe ich das vermisst. Einfach springen. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade ganz nah bei mir bin. Aber warum muss ich dafür soweit weg sein, von meinem Zuhause, meinem Alltag? Ich fühle mich so frei und leicht wie lange nicht. Ich wünsche mir, dass ich dieses Gefühl mitnehmen kann. So viele Herzens-Verbindungen. Menschen die alleine reisen, haben in meinen Augen etwas ganz Besonderes. Sie sind frei davon, was andere Menschen wohl von ihnen denken, denn sie machen einfach ihr Ding. Eine Zeit wie keine andere. Es war wohl die beste Entscheidung diese Reise zu machen.


Und dann lenken mich meine Gedanken immer wieder zurück zur Liebe. Ich liebe es mich mit der Liebe zu beschäftigen. Und so geht es wohl auch den Menschen um mich herum oder die Menschen die ich anziehe. So kam es dazu, dass ich nächtelang mit einer lieben Mitbewohnerin aus dem Hostel über die Liebe sprach. Es ging um diese großen Fragen, was wünsche ich mir im Leben und bin ich bereit mich jemanden wirklich voll und ganz zu öffnen? Was erhoffe ich mir in einer Beziehung zu finden? Ist es mehr Sehnsucht als wahre Liebe? Ich liebe es mich zu reflektieren, das Leben und all die Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten. Ich bin mir sehr sicher, dass jede Beziehung, ist sie auch noch von kurzer Dauer, ihren tieferen Sinn hatte. Ich frage mich, ob Liebe ohne Schmerz überhaupt existieren kann? Ich hab manchmal das Gefühl, dass Menschen sich häufig ein Stück in ihren Beziehungen verlieren und die große Frage ist, warum? Wenn ich mich zurück erinnere, habe ich die großen Entscheidungen und Reisen immer alleine in Angriff genommen. So wie jetzt, ich bin seit ein paar Monaten Single und ich wollte einfach raus. Ich hab mich nach mir gesehnt, nach der Berta, die sich nachts spontan Flüge bucht, los reist und voller Liebe und Offenheit ins Leben springt.


Trau Dich und mach dein Ding.

Ganz viel Liebe, Berta.


Das ist dieses wundervolle Hostel: Boho Hostel Malta









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